Kallern/AG

Nachträglicher Ersatz für einen unbewilligten Belagseinbau

Boswil und Kallern AG, 2000-2009

Ausgangslage

Bestehende Kiesoberfläche

Im Jahr 2000 liess die Gemeinde Kallern einen Güterweg mit bestehender Kiesoberfläche auf einem Abschnitt von 190 Meter asphaltieren. Für diesen Eingriff wurde kein Baubewilligungsverfahren durchgeführt. Die Gemeinde bezeichnete den Belagseinbau als Sofortmassnahme zur Behebung von Wegschäden, die durch ein Gewitter verursacht worden waren. Auf Intervention der kantonalen Wanderweg-Organisation (Verein Aargauer Wanderwege als Auftragnehmer der kantonalen Wanderweg-Fachstelle) musste nachträglich ein Baugesuch eingereicht und, damit verbunden, eine Ersatzmassnahme für den beeinträchtigten Wanderweg erarbeitet werden. Die Fachorganisation stand der Gemeinde dabei beratend zur Seite.

Massnahmen und Bilanz

Wanderweg nach dem Belagseinbau

Eine zum Zeitpunkt des Belagseinbaus in Planung stehende Gesamtmelioration bot die Gelegenheit, den Ersatz zu realisieren sowie weitere Abschnitte der Wanderweg- und Fahrstrassennetze zu entflechten. Als Ersatz für den beeinträchtigten Abschnitt wurde ein bereits bestehender Waldweg in Stand gestellt und der Wanderweg neu darüber geführt. Die Arbeiten im Wald erfolgten in enger Absprache mit der kantonalen Abteilung für Wald und dem zuständigen Revierförster. Als weitere Massnahmen konnten zwei Wanderwegabschnitte entlang der Kantonsstrasse aufgehoben und durch geeignete Wege ersetzt werden. Die Massnahmen wurden im Jahr 2009 umgesetzt. Nach Abschluss aller Massnahmen ist der Erholungswert des Wanderwegnetzes in der Gemeinde heute deutlich höher als vor dem Eingriff, der die Ersatzpflicht auslöste.

Kommentar

Neue Wegführung

Der Kanton Aargau wendet die Ersatzpflicht beim Einbau ungeeigneter Beläge auch auf relativ kurzen Wegstrecken konsequent an. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen einvernehmliche Lösungen gefunden werden.