Update für die Präventions-App «Zecke»

Es wird wieder wärmer und die fiesen Zecken lassen sich wieder gerne auf ahnungslose Menschen und Tiere fallen. Die Präventions-App «Zecke» gibt es neben iPhone und iPad jetzt auch für Android.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die App wurde von Forschenden an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit BAG entwickelt. Sie bietet nützliche Tipps zum Lokalisieren von Zeckengebieten, Informationen, Schutz vor Zeckenstichen und Behandlung, falls es doch einmal zu einem Stich kommen sollte. Zudem kann man in der App ein Zeckenstichtagebuch führen: Der Benutzer oder die Benutzerin erfasst den Zeckenstich und die App fragt regelmässig auf Borreliose-Symptome ab. Besteht Verdacht auf Borreliose, schickt einen die App zum Arzt.

 

 

 

Jürg Grunder (links) und Werner Tischhauser, Projektleiter der App «Zecke»

Erfasste Zeckenstiche werden anonym ans Netzwerk «Citizen Science» übertragen, so dass Zeckenstichorte für andere User auf der App angezeigt werden. 

Anonym übermittelte Zeckenstichdaten sind wertvolle Beiträge der App-User für die Weiterentwicklung der Gefahrenpotenzialkarte. Einerseits sind die realen Zeckenstichorte für andere App-User sichtbar, andererseits nutzen die Entwickler diese Rückmeldungen und verbessern die Gefahrenkarte. In diesem Fall gilt: je mehr gemeldete Zeckenstiche, desto besser. Mit der neu erhältlichen Android-Version und der Übersetzung auf Englisch wurde die mobile Zeckenprävention erweitert. Die Beiträge der App-User, in Form von Zeckentagbuch-Einträgen, sind ein erfolgreiches Beispiel angewandter Wissenschaft durch den Einbezugb der Bevölkerung als «Citizen Science».

Erste Resultate

Seit März 2015 wurde die ZHAW-App als iOS-Version 26 500 mal heruntergeladen. Die bisher weit über 2000 gemeldeten Zeckenstiche sind eine beachtliche Anzahl im Verhältnis zu den jährlich 20 000 Arztkonsultationen wegen Zeckenstichen. Die Auswertung der ZHAW zeigt: Von Kopf bis Fuss haben Zecken an nahezu allen Körperstellen zugestochen. Mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent der Stiche, betreffen den Unterkörper. Allein auf Ober-, Unterschenkel und Fussknöchel entfallen 37 Prozent der Stiche; auf den Bauch-, Leisten- und Genitalbereich 21 Prozent. Die über die App erhobenen Zahlen bestätigen bisherige Erfahrungswerte. Zecken können bei milder Witterung auch im Winter zustechen. So meldeten Benutzerinnen und Benutzer der App «Zecke» allein im November letzten Jahres 26 Zeckenstiche, und am Weihnachtstag folgte der letzte Eintrag im Jahr. Der ungewöhnlich milde Winter hat offenbar Einfluss auf die sonst übliche Winterstarre von Zecken.

Weitere Informationen

Download: itunes.apple.com  play.google.com/store 

Weitere Informationen: project.zhaw.ch/de/science/zecken