Das Bellen der Lämmer

Seit Jahrtausenden sind Hunde treue Begleiter und Helfer der Menschen. Sie sind nicht nur Begleithunde, sondern arbeiten richtig; zum Beispiel als Polizei-, Hirten- oder Blindenhunde. Wir legen unseren Fokus diesmal auf die Herdenschutzhunde. (Foto: Agridea)

Vera In-Albon

Foto: Paul Esson

Herdenschutzhunde haben zur Aufgabe, Schaf- und Ziegenherden selbständig zu bewachen und vor Grossraubtieren zu schützen. Auch wenn die Maremmenhunde oder Pyrenäen-Berghunde oft den Eindruck machen, sie lägen dösend in der Bergsonne, werden Sie bei drohender Gefahr für ihre Schafe blitzschnell zum Schutzhund. Wie kommt das?
Herdenschutzhunde sind keine Hütehunde, deren Aufgabe es ist, die Schafe oder Ziegen in der Herde zusammenzuhalten. Für diese Arbeit werden kleinere und wendigere Hund, zum Beispiel Collies oder Australian Shepherds, eingesetzt. Herdenschutzhunde hingegen jagen den Feinden nicht hinterher – in den Bergen wäre dies nicht energieeffizient – sondern schrecken sie durch ihre imposante Präsenz ab, indem sie sich zwischen Herde und Angreifer stellen und bellen. Kein Wunder suchen diese das Weite, denn ein ausgewachsener Herdenschutzhund kann auf bis zu 80cm Schulterhöhe kommen.

 

Bellende Schafe

Foto : Agridea

Da Herdenschutzhunde sehr viel Zeit alleine mit ihrer Herde verbringen, wachsen sie bereits zusammen mit den Schafen auf. Ihre Erziehung zielt auf einen hohen Grad an Selbstbewusstsein und Selbständigkeit ab, zur Ergänzung ihres natürlichen Schutzinstinktes. Alles Fremde innerhalb des Reviers des Herdenschutzhundes wird zunächst betrachtet und bei Gefahr für die Herde verjagt.

 

 

Und die Wandernden?

Pyrenäen-Berghund. Foto : Brianna Lehman

Um den Herdenschutzhunden ihre verantwortungsvolle Aufgabe zu erleichtern, sollte man sich als Bergbesucher richtig verhalten. Schafherden sind weiträumig und langsam zu umgehen, um möglichst wenig zu stören. Wenn der Herdenschutzhund sich den Wandernden neugierig nähert, sollten diese ruhig bleiben und den Hund seine Arbeit machen lassen. Er wurde trainiert, festzustellen, ob Gefahr droht. Um Gewissheit zu erlangen, läuft er auf das fremde Objekt zu und bellt. Sieht der Schutzhund keine akute Gefahr für seine Herde, wendet er sich ab und beruhigt sich. Es ist jedoch gut möglich, dass sich derselbe Ablauf mehrmals wiederholt. Die Herdenschutzhunde sollten nicht gestreichelt oder gar gefüttert werden. Zutrauliche Herdenschutzhunde bleiben nicht mehr bei ihren Tieren. Wenn der Hund den Wandernden folgt, sollten diese ihn ignorieren und er wird zu seiner Herde zurückkehren. Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Links

 

www.wandern.ch/herdenschutzhunde
www.herdenschutzschweiz.ch