Ein Berg, der süchtig macht

Beitreten darf dem Club, wer den Grossen Mythen 100 Mal pro Saison besteigt und dies jedes Jahr. Armin Schelbert, das mittlerweile einzige Mitglied im «100er-Club», tut dies mit einer an Sturheit grenzenden Regelmässigkeit seit 1999.

Maria Zachariadis

Eine Anmerkung gleich vorweg: Ein Geheimtipp ist der Grosse Mythen mit seinen 1898 Metern Höhe nicht mehr. Rund 30 000 Menschen erweisen ihm alljährlich ihre Reverenz. An makellosen Tagen tummeln sich bis zu 2000 Leute am Berg, der wie kein anderer die Region prägt und daher als Wahrzeichen gilt. Mit seinem kleinen Bruder, dem gegen Nordwesten ausgerichteten Kleinen Mythen (1811 m), der als Kletterberg geübten Alpinisten vorbehalten bleibt, ist der Mythen von weither erkennbar.

«Der Mensch»

Armin Schelbert, Mitglied des «100er-Club».

Für die 493 Höhenmeter benötigt der 69-JährigeArmin Schelbert in der Regel 35 bis 40 Minuten. An diesem Septembertag hat er den Gipfel des Grossen Mythen bis zur Mittagszeit gleich zweimal erreicht. Wer in der Saison 100 Mal oben stehen will, muss sich fast jeden zweiten Tag auf den Weg machen. Schelbert hat sein Soll bereits seit Mai überschritten.

Ein exklusiver Club

Wahrzeichen der Region.

Dem Mythen-Routinier ist die Mitgliedschaft im «100er-Club» damit bereits sicher. Der Club ist kein offizieller Verein. Ins Leben gerufen hat ihn Albert Klein, der als Erster die 100er-Marke im Jahr erreichte. Aus Jux animierte er Freunde, es ihm gleichzutun. «Es ist vorgekommen, dass ich achtmal an einem Tag hinaufgestiegen bin», erzählt Schelbert. Er kennt an seinem Berg jede der 47 Kurven, die er selber markiert hat: gerade Zahlen für Linkskurven, ungerade für Rechtskurven. «Die Berggänger freuen sich, wenn sie wissen, wie viele Kurven sie schon gemeistert haben.»

 

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