Sicher unterwegs auch im Winter

Winterwandern ist im Trend. Wie aber bereitet man sich auf eine Wanderung im Schnee vor? Was gehört ins Gepäck? Und wie kommt man am Abend sicher wieder zurück?

Claudia Peter

Tipps zum Winterwandern. Fotos: Randy Schmieder

Die gedämpfte Stille und das leise Knirschen des funkelnden Schnees, wenn man durch den winterlichen Wald läuft. Die leuchtende Sonne und die unendliche Weite, wenn man über der Nebeldecke in das Bergpanorama blickt. Das wohlige Gefühl der Wärme, wenn man nach einer Wanderung die verdiente warme Schokolade in der Hütte trinkt. Winterwanderungen und Schneeschuhtouren können unvergessliche Erlebnisse bescheren.

Wie aber bereitet man sich am besten auf eine Winterwanderung vor? Was gilt es zu beachten, damit man am Abend sicher wieder in der warmen Stube ankommt? Es wird empfohlen, jede Tour sorgfältig vorzubereiten und sich dabei an folgende Punkte zu halten:

 

Auch im Winter gilt es, die Signalisation und Markierungen zu beachten.

Wie im Sommer gilt: Signalisation und Markierungen beachten. Die Winterwanderwege sind leuchtend pink signalisiert und können mit normalen Wanderschuhen begangen werden. Pfosten markieren den Streckenverlauf und beschriftete Wegweiser geben Auskunft über die Destination und die Wanderzeit dorthin. Schneeschuhrouten sind ebenfalls pink markiert, mit dem zusätzlichen Hinweis, dass Schneeschuhe zum Begehen nötig sind. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden – zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der Wildtiere. Diese dürfen im Winter so wenig wie möglich gestört werden, so dass sie ihre Kräfte- und Fettreserven nicht unnötig verbrauchen.

Besonders bei Neuschnee oder schlechter Witterung sollten die aktuellen Informationen beachtet werden. Was sind die Betriebszeiten der Bahnen? Besonders wann die letzte Bahn ins Tal fährt, ist für die Planung wichtig. Wird starker Schneefall oder gar ein Sturm erwartet und kann die Wanderung zeitlich beendet werden, bevor das Wetter umschlägt? Gibt es Abkürzungsmöglichkeiten? Sind Teile des Weges, insbesondere von Schneeschuhrouten, wegen Lawinengefahr gesperrt? Und falls ein Stopp in einer Bergbeiz eingeplant ist, hat diese spezielle Winteröffnungszeiten? Diese Fragen können häufig mit einem Anruf bei der entsprechenden Bergbahn oder dem Tourismusbüro geklärt werden. Und während der Wanderung gilt: das Wetter beobachten und im Zweifelsfalle, insbesondere bei schlechter Sicht, lieber umkehren.

Ein Notbiwak im Winter ist ungemütlich – und gefährlich

Während im Sommer zur Not eine Nacht draussen verbracht werden kann, ist ein Notbiwak im Winter ungleich ungemütlicher und wegen der Kälte auch potentiell lebensgefährlich. Deshalb wird empfohlen nur bei Tageslicht zu wandern, und nicht während der Dämmerung oder in der Nacht. Dies ist zudem aus Gründen des Wildschutzes sinnvoll. Bei der Routenwahl sollte deshalb unbedingt genug Pufferzeit für Pausen oder unvorhergesehene Verlängerungen der Wanderzeit, etwa weil man falsch abgebogen ist, oder die eigene Geschwindigkeit überschätzt hat, einberechnet werden.

Eine Abkürzung über die Skipiste, ein Schleichweg entlang der Schlittelpiste? Das kann gefährlich ausgehen, wenn es zu einer Kollision kommt. Und Skifahrer und Schlittler können überraschend schnell unterwegs sein. Deshalb gilt, wenn nicht anders signalisiert: Die Schlittelpiste den Schlittlern, der Wanderweg den Wanderern. Wo immer es möglich ist, sind Skifahrer, Schlittler und Wanderer auf getrennten Wegen unterwegs. Winterwanderer sollten Ski-, Schlittel- oder Langlaufpiste (türkis markiert) nur bei entsprechendem Hinweis mitbenützen und dann besonders gut schauen, ob die Bahn für den Fussgänger frei ist.

Schal und Sonnenbrille im Gepäck

Sonnenschutz: besonders wichtig im Winter.

Und zu guter Letzt soll, wie auch im Sommer, auf eine gute und vollständige Ausrüstung geachtet werden. Dazu gehört ein gut sitzender Wanderschuh, wind- und wasserdichte Jacke und Hose und eine warme Unterschicht, dazu Kappe, Handschuhe und Schal. Obwohl es an der Sonne auch im Winter warm werden kann, sollte man genug warme Kleidung dabei haben, um bei einerm Wetterumbruch oder einem Unfall oder ganz einfach bei einer Pause noch eine Extraschicht anziehen zu können. Vor allem im Winter darf man Sonnenbrille und Sonnenschutz nicht vergessen, da der Schnee das Sonnenlicht zusätzlich reflektiert. Selbstverständlich gehören Kartenmaterial und ein kleines Erste-Hilfe-Set ins Gepäck, wie auch eine Taschenlampe, um Wanderkarten und Fahrpläne auch bei frühem Einnachten noch lesen zu können, und je nach Vorhaben eine Lawinenschutzausürstung.

So vorbereitet kann man sich ruhigen Gewissens auch im Winter in die Berge wagen. Und wenn man dann noch eine Thermoskanne mit heissem Tee in den Rucksack packt, dann steht einem unvergesslichen Winterwandertag nichts mehr im Wege.