Auf einen Sprung ins Zürcher Oberland

Ausgabe 2/2020

Inhaltsübersicht

  • Bahnpionier legt Wanderwege an
  • Zürcher Berge bei Auerhahn & Co.
  • Wohin der Weg 3-mal im Leben führt
  • Musik schwebt über Zell
  • Höllisch gut gekocht
  • «Im Umgang mit der Natur hat mir Vater die Augen geöffnet.»
  • Aug in Aug mit dem Steinbockrudel
  • Halbhohe Schuhe: goldene Mitte?

Das Zürcher Oberland, einst die Armenstube Zürichs, ist heute ein Naherholungsgebiet par excellence und bietet viele Möglichkeiten für abwechslungsreiche, vergnügliche Frühlingswanderungen. Sie führen durch lichte Tobel entlang von fein verästelten Bächen und über Hügel mit weiter Sicht auf Gletscherberge. Überhaupt sind sich hier die Alpen, die Voralpen und das Mittelland sehr nah. Die Industrie machte aus dem Oberen Tösstal einen Arbeitsort und aus den Wäldern rund um das Schnebelhorn ein Naturschutzgebiet. Seit Generationen geht es auf dem Rosinli lustig zu und her, und im Unteren Tösstal lernen wir die heilende Wirkung des Singens kennen.

Bahnpionier legt Wanderwege an

Im 19. Jahrhundert betrieb Adolf Guyer-Zeller im Tösstaler Neuthal eine Spinnerei, baute eine Eisenbahn und spektakuläre Wanderwege. Heute lässt sich sein Erbe wunderbar erwandern. Doch Guyer-Zeller ist auch eine kontroverse Persönlichkeit.

Wandern inspiriert – manchmal so sehr, dass daraus Jahrhundertwerke entstehen. Während einer Wanderung aufs Schilthorn im August 1893 soll es gewesen sein, dass Adolf Guyer-Zeller die Idee für den Bau der Jungfraubahn hatte. Heute fahren jedes Jahr eine Million Passagiere aus der ganzen Welt mit der spektakulären Bahn durch Eiger und Mönch bis zum höchstgelegenen Bahnhof der Welt auf dem Jungfraujoch. Im oberen Tösstal sind die Gipfel etwas weniger hoch und die internationalen Gäste rarer. Wer sich allerdings auf die Wanderwege rund um Bauma und Wila begibt, kann durchaus an die Meisterleistungen der Ingenieurskunst im Berner Oberland erinnert werden. Doch statt Schienen führen hier Wanderwege in unwegsame Tobel. Nur ein äusserst zielstrebiger – und wohl auch skrupelloser – Geist, den keine Hindernisse zurückschreckten, konnte auf die Idee kommen, die Schluchten zu erschliessen. Gräben werden mit Eisenbrücken überwunden, an die steilen Felswände sind Treppen montiert, und Stege führen nahe am Abgrund entlang.

Das Industrieensemble Neuthal: Zeuge einer für das Tösstal bedeutenden wirtschaftlichen Epoche. Bild: Raja Läubli

Wegbau aus Eigennutz

Es war der gleiche Adolf Guyer-Zeller, der Ende des 19. Jahrhunderts den Anstoss zum Bau der Jungfraubahn gegeben hatte, der hier im einstigen Armenhaus des Zürcher Oberlands sieben Wanderwege hatte bauen lassen. Adolf Guyer-Zeller, der Industrielle und Politiker, verbrachte zwar den grössten Teil seines Lebens in der Stadt Zürich, war selbst aber dennoch ein begeisterter Wanderer...

Zürcher Berge bei Auerhahn & Co.

Im Quellgebiet der Töss ist der Kanton Zürich gebirgig, steil und wild. Ein idealer Lebensraum für Luchs und Auerhahn. Die ursprüngliche Natur verdankt die Region dem Kanton, der vor über 100 Jahren das ganze Gebiet kaufte und zum Schutzwald erklärte, um das Tösstal vor Überschwemmungen zu bewahren.

Wohin der Weg 3-mal im Leben führt

Vielleicht ist nicht der Bachtel der wichtigste Berg im Zürcher Oberland. Nicht das Hörnli und nicht das Schnebelhorn. Sondern das Rosinli. Der 823 Meter hohe Berg ob Wetzikon ist für Zürcher Oberländer das Ausflugsziel par excellence. Und das mindestens drei Mal im Leben.

Musik schwebt über Zell

Diese kurze Wanderung mündet bei Zell in den Paul-Burkhard-Weg, der dem Leben und Werk des Komponisten gewidmet ist. Sie weckt, wer weiss, vielleicht die Lust zu singen. Denn Burkhards Lieder sind Gassenhauer, die jedermann kennt.

Höllisch gut gekocht

Wie war das schon wieder mit den Stalaktiten und den Stalagmiten? Wer hängt, wer steht? In den Höllgrotten darf man sich diese alte Schulfrage wieder mal stellen. Keine Frage ist, dass man im gleichnamigen Restaurant höllisch gut isst.

«Im Umgang mit der Natur hat mir Vater die Augen geöffnet.»

Alt Bundesrat Adolf Ogi ist in seinem Leben viel gewandert. Am liebsten im Gasteretal bei Kandersteg BE. Dorthin führte er gar UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Im Gipfelgespräch spricht er über die unzähligen Wanderungen mit seinem Vater, über seinen Wanderstock und eine fast verhängnisvolle Begegnung mit einer Schlange.

Aug in Aug mit dem Steinbockrudel

Im Mai erhalten die Bewohner von Pontresina besonderen Besuch. Steinböcke grasen am Dorfrand und lassen sich dabei von nichts stören. Eine gute Gelegenheit, den König der Alpen auf einer kurzen Wanderung aus der Nähe zu beobachten.

Halbhohe Schuhe: goldene Mitte?

Gesucht war ein Kompromiss zwischen Turn- und Wanderschuh, ein Alleskönner für kurze Wanderungen! Das Testteam von WANDERN.CH ist der Aufgabe nachgegangen und in halbhohe Wanderschuhe geschlüpft. Die Bandbreite überrascht.