Im Lärchenwald

Ausgabe 5/2020

Inhaltsübersicht

  • Alte Lärchen erzählen Geschichten
  • Goldene Verführung
  • Gut informiert über Sperrungen
  • Gipfelgespräch mit Gaëlle Thalmann
  • «Seilbahnbauen war mein Leben»
  • Kinderleichte Packerei

Während dreier Wochen Ende Oktober zeigen die Lärchenwälder ihre wahre Pracht. Auf dem Simplon VS verfärben sich einige der ältesten Lärchen Europas orange. Das Engadin GR leuchtet golden. Und auf den verlassenen Alpen des Val Bedretto TI streift man durch bunte Waldweiden.

Alte Lärchen erzählen Geschichten

Im Hittuwald oberhalb von Simplon Dorf VS stehen einige der ältesten Lärchen Europas. Sie sind nicht nur wunderbar anzuschauen, sondern auch ein Schatz für die Wissenschaft: ein hölzernes Archiv, das den Blick ins Mittelalter erlaubt.

Prächtig scheint die Herbstsonne durch die gelben Lärchennadeln und lässt fast vergessen, wie unwirtlich die steilen Südwesthänge oberhalb von Simplon Dorf eigentlich sind. Wenig Gras wächst zwischen Kies und Geröll hervor, und nur mit aufwendigen Schutzbauten kann die Passstrasse unten im Tal vor Stein- und Schneelawinen geschützt werden. Umso erstaunlicher, dass hier einer der ältesten Lärchenwälder der Alpen überlebt hat. Zwischen 850 und über 1100 Jahre alt sollen die mächtigsten Bäume je nach Schätzung sein. Als sie keimten, herrschte noch tiefstes Mittelalter, und viele Alpen im Wallis wurden erst gerade urbar gemacht.
Der Hittuwald am Chastelberg ist die letzte Zwischenstation auf der abwechslungsreichen Höhenwanderung vom Simplonpass bis nach Simplon Dorf. Von der Baumgrenze auf über 2000 Metern geht es über Geröllhalden und durch lichte Wälder steil hinunter bis zur Suone Chrummbacheri, die das Wasser auf die Weiden im Tal bringt. Gegen Ende Oktober wird hier wie im ganzen Simplongebiet ein wahres Farbenspektakel geboten. Je nach Höhe und Lage sind die Lärchen noch blassgrün, schon grellgelb oder bereits feuerorange. Bei den Greisen unter den Lärchen beeindruckt aber nicht nur der Farbwechsel, sondern vor allem ihre knorrige Gestalt und ihr gewaltiger Durchmesser.

Der Patriarch übertrifft alle

Etwa 170 Bäume haben ein Alter von über 300 Jahren. Den ältesten unter ihnen nennt Patrick Gassmann liebevoll den Patriarchen vom Hittuwald. Dieser hat gut einen Meter über Boden einen beachtlichen Umfang von 5,2 Metern. Patrick Gassmann hat vor seiner Pensionierung das dendrochronologische Labor des archäologischen Museums Laténium in Neuenburg geleitet und ist heute noch ein gefragter Fachmann, wenn es um die Altersbestimmung von Hölzern geht. Viele Male war er im Hittuwald unterwegs, hat nach besonders alten Exemplaren gesucht und sie sorgfältig angebohrt. Das Verfahren ist eigentlich einfach: Ähnlich wie dies Geologen bei Gestein oder Erdreich tun, bohren Dendrochronologen Bäume mit einem Hohlbohrer an und entnehmen ihm so einen Bohrkern, der allerdings nur gerade vier bis fünf Millimeter dick ist. Danach wird das Loch sorgfältig wieder verschlossen, um zu verhindern, dass Parasiten eindringen...

Goldene Verführung

Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, verfärben sich Tausende von Lärchen im Oberengadin. Sie tauchen die Szenerie rund um den Silvaplaner- und den Silsersee in warme Goldtöne. Eine Annäherung an den Nadelbaum, dessen jährlich wiederkehrende dreiwöchige Pracht zum Inbegriff eines Tales geworden ist.

Gut informiert über Sperrungen

Seit diesem Sommer werden Sperrungen und Umleitungen von Wanderwegen einheitlich erfasst und auf den Kartenportalen tagesaktuell dargestellt. Wanderinnen und Wanderern soll das die Planung erleichtern.

Gipfelgespräch mit Gaëlle Thalmann

«Wandern fordert körperlich und entspannt zugleich.»

Fünf Trainings und ein Spiel pro Woche: Über einen Mangel an Bewegung kann sich die Torhüterin der Schweizer Fussballnationalmannschaft wahrlich nicht beklagen. Trotzdem erklimmt Gaëlle Thalmann zusammen mit WANDERN.CH den Freiburger Moléson – und erklärt, warum man Wandern nicht unterschätzen sollte.

«Seilbahnbauen war mein Leben»

Als Willy Garaventa in den 1960er-Jahren eine Materialseilbahn auf den Gemsstock baute, ahnte er nicht, dass er und sein Bruder Karl weltweit die Berge mit Seilbahnen erobern würden. Über Unternehmertum, Pioniergeist und die Lust am Leben.

Kinderleichte Packerei

Kinder wählen ihre Rucksäcke nach Farbe und Design, für Eltern sind Tragekomfort und Volumen wichtig. Stimmt beides, tragen Kinder ihr Gepäck hoffentlich selbst. Der WANDERN.CH-Praxistest zeigt, an welchen Rucksäcken die ganze Familie Freude hat.