Staunen am Feierabend

Ausgabe 4/2016

Inhaltsübersicht

  • Momente für die Ewigkeit
  • Beim Eindunkeln erwacht der Hase
  • Abschalten und Auftanken
  • Frei und unberührt im Bündnerland
  • Luxus Dunkelheit

Wenn die Sonne untergeht, taucht sie die Natur in kräftige Farben. Nicht jede Wanderung muss den ganzen Tag dauern. Auf dem Augstmatthorn bei Habkern BE sinnieren die Naturfotografen Sandra und Stefan Grünig-Karp über das perfekte Bild zur Abendstunde – und geben Tipps. Eine Feierabendwanderung führt ins Hasenland von Selzach SO, wo eine Biologin nachts die Jungtiere erfasst hat. Autor Heinz Staffelbach entspannt sich nach getaner Arbeit in Turbenthal ZH. In Einsiedeln SZ folgen wir den Spuren grosser Liebesromane.

Momente für die Ewigkeit

Die Sonne hat sich glutrot hinter einer Wolkenbank verabschiedet. Die Gipfel der Alpen leuchten noch einmal auf, bevor sie in graublauem Pastell erscheinen. Jetzt beginnt auf dem Augstmatthorn im Berner Oberland für  die Naturfotografen die schönste Zeit. Der Moment zwischen Sonnenuntergang und blauer Stunde.

Der Bürobildschirm ist noch keine drei Stunden entfernt, und dann dies: Im Vordergrund wiegen sich Ankebälli und Schlüsselblümchen sanft im Abendwind, hinten erheben sich wuchtig die tief verschneiten Berner Alpen im letzten Licht. Die Kamera steht auf der Gratwiese des Augstmatthorns, im Sucher zeigt sich eine bezaubernde Komposition von Kraft und Ruhe, erschaffen, um sich darin zu verlieren. Diese erhabenen Gipfel, diese sanften Farben lassen alles vergessen. «Schau, hier gegen Norden, was für eine Stimmung in den Wolken!» Es ist die Stimme der Partnerin. Der Blick verlässt den Sucher, schweift nach hinten. Tatsächlich. Dort bietet die Dämmerung ein glühendes Spektakel dar, der Himmel ist durchsetzt von Farbtönen und Wolken im feurigen Licht des vergehenden Tages, ein Drama, ein noch überwältigenderes Motiv. Die Hand ergreift das Stativ mit der aufgesetzten Kamera, schiebt den Grauverlauffilter zurecht, macht ihre Einstellungen. Der Blick geht nun wieder durch den Sucher. Dieses abendliche Gemälde will festgehalten werden, es ist zu perfekt.

Vor dem Dunkel der Nacht

Die Belichtungszeiten müssen jetzt länger sein. Oben breiten sich bereits die Violetttöne aus. Durch die Wolkenbänke bricht das intensive Glutrot des Abendhimmels. Klar zeichnen sich Linien und Grenzen ab. Letzte Strahlen der Sonne blinzeln hinter dem Horizont hervor, während weit unten die Bergwiesen bereits im Dunkel versinken. Das Feuer ist zur Glut geworden, und das Glühen nimmt nun ab. Das Dunkel der Nacht nimmt Überhand. Ein tiefes Königsblau setzt dem Abend die Krone auf, darin zeichnen sich erste Sterne ab. Das ist es also gewesen von diesem Mittwoch, die Nacht ist da. Der kühle Wind teilt mit, dass es noch früh im Jahr ist und dass der Winter da oben sich so schnell nicht verziehen wird. Routinierte Sorgfalt dann: Objektive, Fernauslöser, das massive Stativ, die vielen Filter, alles hat im Rucksack seinen Platz. Er ist schwer. Die Stirnlampe hingegen leicht. Der steile Abstieg zum Moor der Lombachalp kann beginnen, von dünnen Nebelschwaden ist es überzogen. Weiter unten ruht ein Rudel Steinböcke, Umrisse nur, die sich in der jungen Nacht gerade noch erkennen lassen. Auch eine Steingeiss säumt den Weg. Übermütig turnt ihr Nachwuchs im Gelände, eine schmale Mondsichel steht am Himmel. Die Scheinwerfer tasten sich bald von Kurve zu Kurve, die Heimfahrt bietet keine Überraschungen, nur Platz für das stille Glück der Zufriedenheit, das sich im Menschen ausbreitet, wenn er Überwältigung verdaut...

Beim Eindunkeln erwacht der Hase

In den 70er-Jahren nannte man die Selzacherwiti die Hasenkammer der Schweiz. Dann ging der Feldhasenbestand rapide zurück. Nun erholt er sich langsam. Mit etwas Glück begegnet die Familie am  Feierabend dem einen oder anderen scheuen Tier.

Abschalten und Auftanken

Im fein ziselierten, hügeligen Zürcher Oberland mit seinen stillen Wäldern, Tobeln und Aussichtspunkten lässt es sich nach einem kräftezehrenden Arbeitstag wunderbar auftanken. Heinz Staffelbach, WANDERN.CH-Autor und Verfasser eines Buches über Entspannungswandern, gibt auf einer Feierabendwanderung Tipps und Inspirationen.

Frei und unberührt im Bündnerland

Der eine gab zu wenig her. Die anderen gab das Volk nicht her. Die drei Bergbäche Selabach, Albula und Ava  da Tisch fliessen darum noch immer wild und ungenutzt zu Tal. In der Heimat des Selabachs leben Mensch und Wasser in enger Beziehung. Erkundungen im Val Spadlatscha.

Luxus Dunkelheit

In Lü im Val Müstair kann man sich den Luxus fast vollständiger Dunkelheit gönnen. Eine Wohltat und ein Erlebnis, das in der heutigen Zeit immer seltener wird.

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