Spektakel der Natur

Ausgabe 6/2016

Inhaltsübersicht

  • Eisige Lawine im Appenzellerland
  • Melanie Oesch wandert mit allen Sinnen
  • Wildes Diemtigtal
  • Das Rüstzeug für Aufschneider
  • Robuste Pflanze, zarte Blüte

Wenn die Kälte Wasser zu Eis macht und das Licht fahl und blau darin verschwindet, zeigt sich die Natur von ihrer mystischen Seite. Der Leuenfall im Appenzell rauscht noch, still dagegen hängen die Eiszapfen im Klein Melchatal OW vom Felsen (Bild). Noch stoischer ertragen die ältesten Lärchen Europas auf der Alp Balavauz bei Nendaz die Eismonate. Eine Wanderung zum Dreibündenstein über Chur bietet schliesslich die Gelegenheit, um über die Schönheit des Winters zu sinnieren.

Eisige Lawine im Appenzellerland

Bild: Christof Sonderegger

Verharren die Temperaturen längere Zeit tief im Minus, bilden sich rund um Wasserfälle magische Gebilde. Manche Fälle erstarren gar. Im Appenzellerland kann der Leuenfall mit den Schneeschuhen oder zu Fuss besucht werden – ein prächtiger Winterausflug.

Zügig sprudelt der Berndlibach dem Abgrund entgegen, schlägt ein letztes Mal auf dem Fels auf und wird danach fast waagrecht in die Luft geworfen. Während des Falles löst sich das Wasser immer mehr in Tropfen auf, bis es unten, kurz bevor eigentlich ein mächtiger Aufprall folgen sollte, als Strahl ins Becken fällt. Der eisige Luftzug stiehlt dem Wasserfall während des ganzen Fluges die leichtesten Tropfen. Diese, getragen vom Luftzug, bleiben an der Felswand hängen und formieren sich zu filigranen Eiskonstruktionen, die sich weit entlang der Wand ziehen. Sie landen auf Zweigen, die fingerdick mit Eis ummantelt sind. Und sie befeuchten Gesicht und Kleider des Wanderers – er ist innert weniger Sekunden nass.

Hier, 34 Meter unter dem fallenden Wasser, lässt sich dessen Kraft und Erhabenheit hautnah erfahren. Die Menge schwillt noch an, wenn sich über dem Einzugsgebiet zwischen Schäfler und Öhrli ein Gewitter entleert. Der Leuenfall gibt ein leises Rauschen von sich, Gischt tritt im Becken fast keine auf, und sobald sich das Wasser am Ufer beruhigt hat, erstarrt es. Ist es über längere Zeit genug kalt, gefriert der Leuenfall auf seiner ganzen Länge zu einer Eissäule, was aber nur selten passiert. Das am Boden wachsende Eis verbindet sich dann mit dem Eiszapfen von oben, danach bildet sich ein Eismantel darum – bei manchen Wasserfällen fliesst in solchen Eisröhren versteckt immer noch Wasser. Dieser Zusammenschluss nennt sich Stalagnat – in Anlehnung an die Begriffe Stalagmit und Stalaktit aus der Höhlenforschung.

Rekordfahrt eines Wagemutigen

Der Leuenfall im appenzellischen Wissbachtal ist einer der Höhepunkte einer markierten Schneeschuhtour sowie eines Winterwanderwegs. Im Sommer, bei wenig Schnee auch im Winter, kann der Wasserfall ebenso von oben her betrachtet werden, ein Wanderweg führt am Fall vorbei. Und wer das Spektakel lieber vom Fernsehsessel aus betrachten möchte, schaut aufmerksam Schweizer Fernsehen. Einer der Trailer über SRF 1 wurde hier gedreht: Rote Rechtecke fallen über den Wasserfall und bilden am Schluss die grosse, rote Eins des Senders. Dieselbe Strecke unternahm im Winter 2007 auch ein Wagemutiger mit dem Kayak. Felix Lämmler fuhr zweimal über den Felsen und stellte den Weltrekord im Wasserfallstürzen auf. Die waghalsige Fahrt kann heute noch im Internet mitverfolgt werden: Wer den Namen des Appenzellers googelt, findet die Filme unter «Leuenfall Record 07». Doch der Rekord währte nur kurz: Der Amerikaner Tyler Bradt befuhr bald darauf die 57 Meter hohen Palouse Falls im US-Bundesstaat Washington.

Melanie Oesch wandert mit allen Sinnen

«Je mehr ich draussen bin und mich achte, desto mehr sehe ich», sagt Melanie Oesch. Auf der Wanderung auf den Berner Hohgant hat die Sängerin von Oesch’s die Dritten ganz oben im Fels sogar einen Steinadler gesichtet.

Wildes Diemtigtal

Das abgelegene Tal im Berner Oberland gilt als Paradies für Wintersportler, die Naturbegegnungen und Ruhe suchen. Auf Schneeschuhwanderungen ab Springebode und Grimmialp öffnen sich nicht nur grossartige Aussichten. Wer den Blick zu Boden richtet, findet auch zahlreiche Spuren der Wildtiere, die in dieser unberührten Natur überwintern.

Das Rüstzeug für Aufschneider

Das Messer ist das älteste Werkzeug des Menschen, bei den Sackmessern ist die Vielfalt gross. Fazit des Testteams von WANDERN.CH: Das perfekte Messer für alle gibt es nicht – aber das richtige für jeden.

Robuste Pflanze, zarte Blüte

Es grenzt an ein Wunder, aber die Christrose schafft es, mitten im Winter zu blühen. Auf den bewaldeten  Hügeln um Lugano finden sich zahlreiche Auen, auf denen nun ein stilles Spektakel stattfindet. Das Blühen der Christrosen macht biologisch Sinn. Die Pflanzen sichern sich so einen Startvorteil bei ihren Bestäubern.

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